Interview: ARISE Online Marketing GmbH

Wann und warum wurde Ihre Agentur gegründet?
Christian Benkner: ARISE wurde im Januar 2022 gegründet – aber die Geschichte beginnt eigentlich zwei Jahre früher. Ich war schon in Stuttgart ansässig, nach über 20 Jahren im Direct- und Online-Marketing, einer langen Zeit als Head of Sales in einer Stuttgarter SEO-Agentur und einer kurzen, aber lehrreichen Zeit als Head of Sales bei einem großen Online-Marketing-Haus in Braunschweig. Danach hatte ich genug von Bürokratie und PowerPoint-Strategien, die nie umgesetzt wurden.
Anfang 2020 habe ich mich als selbstständiger Berater für Online-Marketing-Strategie aufgemacht. Das war die Geburtsstunde dessen, was später ARISE werden sollte: eine Agentur, die das tut, was sie verspricht. Keine Factory, keine Junior-Armee, sondern ein Senior-Team, das auf Augenhöhe mit Kunden arbeitet. Die Jungs von Bold & Epic kamen auf mich zu und schlugen vor, das gemeinsam als Agentur aufzubauen – mit ihrer Unterstützung als Mitgründer und Holding im Rücken. Die GmbH-Gründung im Januar 2022 war dann der formale Schritt.
Wie bauen Sie langfristige Kundenbeziehungen auf?
Christian Benkner: Durch Ehrlichkeit und Ergebnisse. Das klingt simpel, ist aber in der Agenturbranche rare. Wir haben Kunden, die seit der Gründung 2022 bei uns sind – nicht wegen eines 24-Monats-Vertrags, sondern weil sie sehen, dass wir liefern.
Der Schlüssel ist Transparenz: Jeder Kunde bekommt regelmäßige Reports, nicht nur mit den schönen Zahlen, sondern auch mit den Problemen. Wenn ein Projekt nicht läuft, sagen wir das. Wenn der Kunde mehr Budget in Ads stecken sollte, sagen wir das auch. Langfristige Beziehungen entstehen aus Vertrauen, und Vertrauen entsteht aus Wahrheit. Ein zweiter Punkt ist die Integration: Wir binden Kunden aktiv in Projekte ein, machen sie zu Sparring-Partnern, nicht zu Auftraggebern. Drittens: Wir bleiben lernfähig. Wenn sich der Markt verändert – wie aktuell bei GEO – bringen wir unsere Kunden mit, statt sie zu überraschen. Das Ergebnis: Unsere Kunden empfehlen uns weiter. Die beste Empfehlung kommt nicht von uns, sondern von denen, die mit uns arbeiten.
Übrigens mache ich das so schon mein ganzes Berufsleben lang - manche Kunden kenne ich schon jahrzehntelang. Andere folgen mir von Station zu Station.
Was unterscheidet Ihre Agentur von anderen?
Christian Benkner: Wir sind keine Factory. Das klingt plakativ, aber es ist der entscheidende Unterschied. Bei vielen großen Agenturen bekommen Kunden einen Junior zugewiesen, der gerade seinen BVDW-Kurs abgeschlossen hat, und ein Strategie-Papier, das niemand umsetzt. Bei uns sitzen Senior-Level-Leute am Projekt – nicht nur auf dem Pitch. Mein Teamlead David hat mehr Jahre Erfahrung als mancher GF anderer Agenturen. Enrico, der im April zu uns gestoßen ist, bringt frische Perspektive und Erfahrung aus der Leipziger Agenturszene mit. Dimitrios hält als technisch versierter Senior-SEO die Zügel fest und sympathisch in seinen Händen.
Wir sind Google Partner, alle SEOs haben BVDW-Fachkräftezertifikate, und wir stehen mit beiden Beinen im Handwerk: WordPress, Drupal, technisches SEO, GEO für KI-Suchsysteme. Aber der echte Unterschied ist unsere No-BS-Kultur. Wir sagen Kunden auch mal, dass ihre Website Müll ist oder dass sie ihr Budget lieber in Content statt in Ads stecken sollten. Das ist nicht immer bequem, aber es ist ehrlich. Und Ehrlichkeit skaliert besser als Bullshit.
Welche Vision verfolgt Ihre Agentur heute?
Christian Benkner: Unsere Vision ist simpel: Wir wollen die beste Boutique-Agentur für nachhaltige digitale Sichtbarkeit im DACH-Raum sein. Nicht die größte, die beste.
Für uns bedeutet das: SEO ist tot – lang lebe SEO. Die klassische Google-Suche verliert an Dominanz, KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews gewinnen massiv an Relevanz. Unsere Kunden müssen dort sichtbar sein, wo ihre Zielgruppe sucht – und das ist längst nicht mehr nur google.de. Wir investieren deshalb massiv in Generative Engine Optimization (GEO), in strukturierte Daten, in Markenautorität.
Gleichzeitig bleiben wir pragmatisch: Kein KI-Hype ohne Substanz, keine Blockchain-Strategien für Bäcker. Wir wollen, dass unsere Kunden in drei Jahren noch mit uns arbeiten – nicht weil sie an langen Verträgen hängen, sondern weil sie Ergebnisse sehen. Unser Ziel für 2026 ist es, als feste Größe in der Stuttgarter und DACH-weiten SEO-Landschaft etabliert zu sein – nicht die größte, aber die, an die man denkt, wenn es um komplexe B2B-Sichtbarkeit und GEO geht. Aber das ist nur die Metrik. Das Ziel dahinter ist: Bewiesene Expertise, die sich selbst trägt.
Welche Kompetenzen sind in Ihrem Team besonders wichtig?
Christian Benkner: Bei uns zählt nicht der Abschluss, sondern die Neugier. Unser Team ist kompakt, aber jedes einzelne Mitglied bringt Senior-Level-Qualität mit.
David, unser Teamlead, kann nicht nur SEO, er versteht auch SEA und die Schnittstelle zwischen beiden. Marleen hält unsere Social-Media-Kanäle am Leben und sorgt dafür, dass unsere Inhalte nicht nur gut aussehen, sondern auch performen. Dimitrios ist unser SEO-Spezialist mit tiefem technischen Verständnis. Enrico, seit April dabei, bringt frische Energie und neue Methoden aus Leipzig mit. Und ich? Ich bin der "alte Mann" mit 25 Jahren Marketing-Erfahrung, der den strategischen Rahmen spannt und manchmal den Blick von außen behält.
Alle Kolleg:innen arbeiten eigenständig und unterstützen sich gegenseitig - mit vollster Rückendeckung durch mich, wenn es darauf ankommt.
Das Wichtigste ist aber: Jeder bei ARISE muss lernfähig sein. SEO verändert sich alle drei Monate. Wer heute denkt, er wisse alles, ist morgen obsolet. Deshalb investieren wir in Weiterbildung, Zertifizierungen und den Austausch in der Community.
Worauf sollten Unternehmen bei der Agenturauswahl achten?
Christian Benkner: Auf das Bauchgefühl – und auf die Referenzen. Wenn eine Agentur dir keinen direkten Kontakt zu einem Bestandskunden vermitteln will, lauf. Schnell.
Der zweite Punkt: Schau, wer wirklich an deinem Projekt arbeitet. Viele Agenturen schicken zum Pitch den Geschäftsführer und liefern dann den Working Student aus. Frag nach dem Team, das am Projekt sitzt.
Drittens: Transparenz. Eine gute Agentur hat keine Angst vor Zahlen. Sie zeigt dir nicht nur die schönen Graphen, sondern auch die Punkte, wo es hakt.
Viertens: Spezialisierung. Eine Agentur, die alles macht – SEO, TikTok, Amazon, Webdesign, Employer Branding – macht nichts richtig. Such dir einen Partner, der in deinem Bereich echt tiefgeht.
Und fünftens: Der Preis. Wenn ein Angebot zu gut klingt, stimmt was nicht. Qualität kostet – bei uns 125 bzw. 165 Euro netto die Stunde. Das ist fair für Senior-Level-Arbeit, aber es ist kein Discount-Preis. Und das sollte es auch nicht sein.
Welche Trends prägen aktuell den Bereich „Suchmaschinenoptimierung“?
Christian Benkner: Der größte Trend ist der Tod der klassischen Google-Suche – zumindest in der Form, wie wir sie kannten. Nutzer fragen nicht mehr nur „Beste SEO-Agentur Stuttgart", sondern „Welche SEO-Agentur in Stuttgart hat echte B2B-Erfahrung und versteht GEO?" – und erwarten eine direkte Antwort von ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews.
Das bedeutet: Wer nur noch auf klassische Rankings optimiert, verliert den Anschluss. Wir sehen bei unseren Kunden, dass der Traffic aus organischer Suche zwar wichtig bleibt, aber die Conversion-Qualität aus KI-Suchsystemen teils deutlich höher ist.
Ein zweiter Trend ist die technische Rückkehr: Core Web Vitals, strukturierte Daten, Schema-Markup – das alles war lange vernachlässigt, weil Content und Backlinks sexier waren. Heute merken wir, dass viele Websites technisch im Keller sind und das den gesamten SEO-Erfolg ausbremst.
Drittens: E-E-A-T. Google und die KIs wollen wissen, wer hinter einer Marke steht. Deshalb bauen wir für unsere Kunden gezielt Expertenprofile auf, stärken die Markenautorität und sorgen für digitale Vertrauenssignale.
Welche Rolle spielt KI im Bereich „Suchmaschinenoptimierung“?
Christian Benkner: KI ist kein Zauberstab, aber ein mächtiges Werkzeug – wenn man es richtig einsetzt. Wir nutzen KI bei ARISE für drei Dinge: Erstens, um große Datenmengen zu analysieren. Stundenlanges Keyword-Research kann eine KI in Minuten strukturieren.
Zweitens, für Content-Optimierung. Nicht zum Texte schreiben lassen – das produziert meist generischen Einheitsbrei – sondern zur Optimierung bestehender Inhalte, zur Cluster-Bildung und zur Identifikation von Content-Gaps.
Drittens – und das ist der wichtigste Punkt – für GEO. Generative Engine Optimization bedeutet, dass wir unsere Kunden so positionieren, dass KI-Systeme sie als vertrauenswürdige Quelle zitieren. Das funktioniert nur mit echter Expertise, sauberen Daten und strukturierten Inhalten. KI ersetzt keine Strategie, sie skaliert sie.
Wer glaubt, er könne mit ChatGPT seine SEO übernehmen, wird scheitern. Wer KI als Verstärker für erfahrene SEOs einsetzt, gewinnt Zeit und Qualität.
Wie wird sich „Suchmaschinenoptimierung“ in den nächsten Jahren entwickeln?
Christian Benkner: SEO wird zu Sichtbarkeitsoptimierung. Der Unterschied ist subtil, aber entscheidend: Es geht nicht mehr nur darum, bei Google auf Platz 1 zu ranken, sondern darum, überall dort präsent zu sein, wo potenzielle Kunden informieren. Das sind klassische Suchmaschinen, KI-Assistenten, Sprachsuche, vertikale Plattformen wie LinkedIn oder YouTube.
In fünf Jahren werden wir wahrscheinlich nicht mehr von „SEO" sprechen, sondern von „Digital Presence Management" oder so einem hässlichen Buzzword – die Aufgabe bleibt dieselbe: Sichtbarkeit, Relevanz, Vertrauen. Technisch wird sich SEO enger mit CRM und Marketing-Automation verzahnen müssen. Wir müssen nicht nur wissen, wer sucht, sondern auch, wer kauft – und wie der Weg dorthin aussieht. Die Agenturen, die das verstehen, werden überleben. Die anderen werden zu Webdesign-Buden mit SEO-Add-on.
Welche Fehler sehen Sie häufig bei Projekten im Bereich „Suchmaschinenoptimierung“?
Christian Benkner: Der häufigste Fehler ist die Taktik-Ohnmacht. Agenturen machen das, was sie immer gemacht haben: Keyword-Optimierung, ein paar Backlinks, einen Blog-Artikel pro Monat – und wundern sich, warum nichts passiert. Das ist wie zu versuchen, ein Haus mit einem Hammer zu bauen, weil der Hammer das einzige Werkzeug ist, das man kennt.
Der zweite Fehler ist die Ignoranz gegenüber Technik. Ich sehe Websites von großen Marken, die 5 Sekunden laden, kein HTTPS haben oder von einem Black-Box-CMS gefangen sind. Da bringt der beste Content nichts.
Drittens: Content für Content. Viele Agenturen produzieren Texte, die niemand lesen will, nur um „frische Inhalte" zu haben. Unsere Kunden profitieren davon, dass wir erst analysieren, was wirklich fehlt, und dann gezielt Inhalte bauen, die Konversionen bringen. Und der vierte Fehler: Erwartungsmanagement. SEO braucht Zeit. Wer nach drei Monaten aufgibt, weil er keine Rankings sieht, hat nicht verstanden, wie Google funktioniert. Oder er hat die falsche Agentur gewählt.
Was war Ihr spannendstes Projekt im Bereich „Suchmaschinenoptimierung“?
Christian Benkner: Das ist wie die Frage nach dem Lieblingskind – aber ich nenne ein aktuelles Beispiel: Ein mittelständischer B2B-Dienstleister aus dem Raum Stuttgart kam zu uns, weil seine Website technisch im Eimer war. Ladezeiten von über 10 Sekunden, ein veraltetes CMS, dünne Content-Seiten und ein Tracking, das mehr falsche als richtige Daten lieferte. Die vorherige Agentur hatte 18 Monate lang „Content-Marketing" gemacht – ohne Ergebnis. Wir haben in zwei Wochen eine technische Analyse gemacht, dem Kunden ehrlich gesagt, dass seine Seite neu gebaut werden muss, und parallel ein GEO-Konzept erstellt.
Sechs Monate später: Die neue Website läuft, die Ladezeit ist unter 2 Sekunden, die organische Sichtbarkeit hat sich verdreifacht – und erstmals taucht die Marke in ChatGPT und Perplexity als empfohlener Anbieter auf. Der Kunde hat nicht nur mehr Leads, sondern bessere Leads. Das ist der Moment, in dem ich weiß: So soll SEO aussehen. Nicht schönere Graphen, echte Geschäftswirkung.
Was bedeutet der Agentursieger-Titel im Bereich „Suchmaschinenoptimierung“ für Sie?
Christian Benkner: Ehrlich? Ich bin kein Freund von Selbstbeweihräucherung. Aber dieser Titel bedeutet etwas, weil er von außen kommt und nicht von unserer eigenen Marketingabteilung – die wir sowieso nicht haben. Wir sind ein kompaktes Team in Stuttgart, kein Berliner Hype-Startup mit 150 Mitarbeitern und Venture-Capital.
Dass wir als Boutique-Agentur neben den großen Playern in den Top 3 in Stuttgart landen, zeigt: Qualität schlägt Quantität. Für unsere Kunden ist das ein Signal, dass sie mit einem Partner arbeiten, der Handwerk versteht und nicht nur schöne Slides baut.
Für das Team ist es eine Bestätigung, dass der harte Weg – ehrliche Beratung, transparente Prozesse, messbare Ergebnisse – der richtige ist. Und für mich persönlich ist es der Beweis, dass man auch mit Mitte/Ende 40 und ohne Schnell-Erfolgs-Mentalität ganz vorne mitspielen kann.